Revox feiert den 60igsten Geburtstag

Die Badische Zeitung zu diesem Ereignis am 26. Juni 2008

Revox hat sich von der reinen Audioschmiede zum Anbieter einer modernen Komplettlösung entwickelt. Bei der Entwicklung moderner High-Quality-Technologien für den Heimgebrauch kann Revox auf seine langjährigen Erfahrungen in der Studiotechnologie zurückgreifen. Die Perfektion der für Profis geschaffenen Basis wird vollendet durch die individuelle Note der Revox-Produkte für den privaten Gebrauch. Das Unternehmen deckt heute nicht nur den Audio-Bereich ab, sondern bietet auch Produkte für Video, Multimedia und Multiroom an. Die Auswahl der richtigen Technologien, kombiniert mit dem legendären Revox-Kundenservice, garantiert den Endkunden, dass sie sich lange an ihren Revox-Produkten erfreuen können. Ausgezeichnete Qualität und exquisites Design bescheren den anspruchsvollen Musikfreunden ein unvergessliches Erlebnis mit ihrem Revox-Home Entertainment-System. Vor allem bieten die Revox-Produkte auch die Möglichkeit, durch das ausgefeilte Multiroomsystem Revox-Qualität im ganzen Haus genießen zu können. Die exzellente Audio- und Videoqualität wird ergänzt durch eine intuitive Handhabung und eine innovative Technologie, die keine Wünsche an Komfort und Performance offen lässt. Was immer die Zukunft bringt - Revox ist schon da.


Eine kurze Firmengeschichte
(einem Teil der historischen Geräte können Sie in unserer Ausstellung begegnen)

Willi Studer arbeitet vor der Gründung der Nobelmarke Studer- Revox bei verschiedenen Arbeitgebern. 1934 zog er von Bern nach Zürich. Dort hat er bei der Firma Sondya AG als Leiter der Technik als eine Weiterentwicklung des Tellradios nach nur zwei Monaten Betriebszugehörigkeit bereits einen Mehrwellenempfänger entwickelt.

1948 Der Schweizer Dr. hc. Willi Studer gründet das Unternehmen zur Herstellung von Tonbandgeräten. Die Fertigung des ersten Tonbandgerätes Dynavox lief im Jahre 1949 mit einer Belegschaft von sechs Mitarbeitern an.




Dynavox

Das erste Tonbandgerät aus dem Hause Studer präsentierte sich in einem braunen Nussbaumgehäuse, das von Schreinermeister Walter Wehrli und Willi Studers Pflegevater Gottfried Studer- Loosli angefertigt wurde. Es war ein richtiges Tonbandgerät mit einer Bandgeschwindigkeit von 19 cm/s und ermöglichte eine unterbrechungsfreie Aufnahmedauer von einer Stunde (auf dem neuen Kunststofftonband; daneben konnte für geringere Ansprüche das damals übliche Tonband auf Papierbasis benutzt werden). Im Gegensatz zu den weit verbreiteten Tonbandgeräten wurde damit das Schneiden und Montieren von Tonbandstellen möglich.
Ein besonderes Charakteristikum dieses Gerätes waren die gegenläufigen Bandspulen. Das Dynavox blieb mit dem Nachfolgemodell Revox T26 denn auch das einzige 1-Motoren Gerät, das je von Studer gebaut wurde


(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)


1950 folgte die Entwicklung des ersten professionellen Tonbandgerätes.

1951
nennt Studer seine Geräte erstmals Revox. Von nun an laufen die Geräte für den professionellen Markt unter der Marke Studer; Revox hingegen ist die Marke für den Amateurmarkt mit gehobenen Ansprüchen.

Das Revox T26 wird als Gerät mit integriertem Rundfunkempfänger entwickelt.




Revox T26

Das erste Tonbandgerät mit dem Namen Revox war eine überarbeitete Version des Dynavox. Das Laufwerkchassis erhielt eine Hammerschlagoberfläche. Die Regierknöpfe waren eleganter. Sauber beschriftete Schilder erleichterten die Bedienung, und der Kopfträger war durch eine Abdeckung geschützt. Der neue Schriftzug Revox prangte gleich zweimal auf dem Gerät.

In der Elektronik fand sich erstmals ein Halbleiterelement in Form eines Selenbrückengleichrichters, der den bisherigen Röhrengleichrichter ersetzte.

Vom Revox T26 wurden auch kombinierte Geräte mit integriertem Rundfunkteil gebaut. Die Tagesproduktion belief sich auf drei bis zehn Stück. Bis zum Auslaufen der Serie wurden rund 2500 Geräte gebaut.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)

1955 folgt das Revox A36 als erstes Tonbandgerät mit Dreimotorensteuerung.




Revox A36



Nach einer intensiven Entwicklungsarbeit war es 1955 soweit: Das Pioniergerät A36 anfänglich Modell 36 genannt - konnte als Prototyp (anläßlich der Radioausstellung in Zürich) einem staunenden Publikum vorgestellt werden. Als erstes Gerät der Serie 36 wies es bereits Konstruktionsmerkmale professioneller Studiomaschinen auf. Völlig ungewöhnlich in der Preisklasse eines Amateurgerätes war der 3- Motoren-Antrieb, die elektrische Drucktastensteuerung sowie der Einsatz von Magneten für die Bewegung der Bremsen und der Andruckrolle. Der polumschaltbare, direktantreibende Tonmotor ermöglichte zwei Bandgeschwindigkeiten: 19 und 9,5 cm/s. Mit dem 1955 ebenfalls eingeführten Langspielband wurde eine Aufnahmedauer von 6 Stunden (9,5 cm/s, Halbspur) erreicht, Das Gerät gab es als Halb- (36-2) oder Vollspurausführung (36-1), in Koffer und als Einbauchassis, mit oder ohne Endverstärker und Lautsprecher. Bis Ende 1956 waren sämtliche 2000 gebauten Revox A36 verkauft.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)



1957
kommt die transportable Studiotonbandmaschine B30 auf den Markt

1958
das Tonbandgerät C36 erscheint. Im gleichen Jahr wird mit der Revox GmbH in Gießen eine eigene Vertriebs- und Verkaufsgesellschaft in Deutschland gegründet.

1960 kommt das Tonbandgerät Revox D36 auf den Markt, das erstmals Zwei- oder Vierspuraufzeichnung ermöglicht, in den Folgejahren 1961 das Gerät E36, 1962 das Revox F36 und im Jahre 1963 das G36.

Der Plattenspieler Revox 60, Endverstärker 59-E und Vorverstärker 59-A ergänzen das Angebot.

 


Revox 60

Die Erkenntnis, dass die damaligen Plattenspieler in Verbindung mit einem Radioempfänger zwar genügten, aber für eine High-Fidelity-Anlage nicht taugten, war Anlaß für die Entwicklung eines Plattenspielers nach eigenen Vorstellungen.

Die angestrebten Ziele waren: ein Antrieb mit kleinstmöglichem Wow und Flutter (langsame und schnelle Tonhöheschwankungen), konstante Drehzahl durch einen vierpoligen Synchronmotor, minimaler Rumble (Vibrationen vom Laufwerk auf den Tonabnehmer), minimale magnetische Einstreuungen auf den Tonabnehmer (Brumm), absolut plan laufender, gedrehter Plattenteller (Alu-Guß) und Einsatz eines dynamischen Tonabnehmers, wie sie in Radiostudios Verwendung fanden (Frequenzgang 20 Hz-15 kHz).

Diese Ziele waren sehr hoch gesteckt. Die Verwirklichung zeigte eine sehr stabile Konstruktion für drei Drehzahlen 33 1/3, 45 und 78 U/min, mit schwerem Plattenteller und Reibradantrieb. Wegen fehlender Produktionskapazität wurde dieser pionierhafte Plattenspieler nur kurze Zeit gefertigt.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)




Revox Vorstufe 59-A



Revox Endstufe 59-E

In einer Revox-Mitteilung zur Radio- und Fernsehausstellung von 1954 im Kongresshaus Zürich erschien erstmals der aus den USA importierte Begriff "High-Fidelity" in Zusammenhang mit der Ankündigung der Vor- und Endverstärker Revox 59-A und 59-E sowie des Plattenspielers Typ 60.

Geeignete Signalquellen waren damals die gewöhnliche Schallplatte, das AM-Radio (ein UKW-Netz existierte in der Schweiz damals noch nicht; man war auf Auslandempfang angewiesen), der Telefonrundspruch (TR) mit fünf Programmen sowie Tonbandgerät und Mikrofon.

Der Revox-Vorverstärker 59-A war stark auf die Anforderungen der Schallplattenwiedergabe ausgerichtet und deshalb umschaltbar auf fünf verschiedene Entzerrungen.

Getrennt schaltbare Höhen- und Tiefenregler, ein exzellenter Frequenzgang und geringe Verzerrungen zeichneten diesen ersten Verstärker aus.

Die separate Endstufe lieferte 20 Watt Sinusleistung, bei ebenfalls sehr geringen Verzerrungen. Die Mono-Verstärkerkombinationen 59-A und 59-E waren der damaligen Hi-Fi-Zeit weit voraus.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)

 

1961 Revox 40, der erste Stereo- Röhrenverstärker von Revox


Revox 40

Mit dem Modell Revox 40 wurde von Studer der erste Stereoverstärker auf dem Markt gebracht, der unabhängig von einem Tonbandgerät für eine HiFi-Anlage eingesetzt werden konnte. Mit seiner dunkelgrünen, geätzten Frontplatte strahlte er grundsolide Technik aus.

Heute ist der Revox 40 ein begehrtes Sammlerobjekt. Damals war die Langspielplatte der modernste Musikspeicher, entsprechend verfeinert wurden die Klangregelmöglichkeiten ausgebaut.

Mit 2 Gegentaktendstufen leistete der Revox 40 2x10 Watt bei sehr geringen Verzerrungen.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)


1965 wird das 50.000ste Revox-Tonbandgerät produziert. Inzwischen sind Revox- und Studer-Tonbandgeräte Standard in den Studios in aller Welt.
In London werden in den Abbey-Road-Studios die The Beatles-Hits mit der STUDER J37 Studiotonbandmaschine produziert.





Revox
G36

Laufwerk und Elektronik des Revox E36 stammten grundsätzlich vom Vorgänger (E36). Mit einer Reihe von Verbesserungen wurden jedoch die Spezifikationen und Möglichkeiten erweitert. So wurde die erste «Halbwertzeit» im Frequenzgang erreicht. Gemeint ist damit derselbe Frequenzgang wie beim Revox T26, aber bei halber Bandgeschwindigkeit (9,5 cm/s).

Erstmals tauchte der Begriff «Multiplay» für Spurüberspielungen auf, die mit einem Spezialkabel möglich gemacht wurden, ebenfalls erstmals enthielt ein Revox- Gerät einen niederohmigen Mikrofoneingang (200 Ohm, geeignet für größere Kabellängen) und Transistoren in den Eingangsstufen. Diese Transistorschaltung bewährte sich in der Praxis noch nicht besonders; sie wurde für das Nochfolgemodell wieder fallen gelassen. Schließlich konnten die Werte für die Gleichlaufschwankungen nochmals verringert werden. In einem ausführlichen Testbericht in der englischen FachzeitSchrift «Tape Recorder», vom August 1962 kam der Autor A, Tutchings zur bemerkenswerten Schlußfolgerung: « ... eine Maschine höchster Qualität für Aufnahmen in professioneller Qualität,»


Mit 13 Röhren (alles Doppelröhren, 26 Funktionen) wies das Revox F36 eine völlig überarbeitete Röhrenelektronik auf, die aufwendigste der Serie 36. Erstmals diente zur Aussteuerungsanzeige ein "magisches" Doppelband, das die exakten Pegel beider Stereokanäle gleichzeitig und getrennt anzeigte. Zudem waren alle Tricktechniken dank internen Verbindungen ohne Umwege direkt schaltbar, die Bedienung dazu wurde sehr anwenderfreundlich mit Doppelknöpfen gelöst. Als Eingangswähler dienten glasklare Kunststoffscheiben, ein beleuchtetes Sichtfenster zeigte die gewählte Funktion an.

Die vollständige Überarbeitung des F36 zum Revox G36 führte zum Höhepunkt und Abschluß in der Entwicklung von Tonbandgeräten mit Röhrenelektronik. Die Ablösung der "grünen Serie" durch ein moderneres Grau/Blau war mehr als ein Facelifting. Das Gerät wurde vergrößert, damit es auch Bandspulen bis 26,5 cm (10,5") aufnehmen konnte. Für den Tonbandantrieb wurde erstmals ein Synchronmotor eingesetzt, der die absolute Geschwindigkeit innerhalb engster Toleranzen garantierte. Über eine massive Gußbrücke bildete der neue Tonmotor mit Andruckarm und Tonkopfträger eine besonders langzeitstabile Einheit. Im Bandlauf wurde schließlich im Verlauf der Serie G36 erstmals ein kontaktloser, fotoelektrischer Bandendschalter realisiert. Zur Erzielung gleichmäßiger Bandwickel beim schnellen Umspulen wurde die abwickelnde Bandspule mittels einer Gegenspannung am Wickelmotor leicht gebremst. Die Verstärkerelektronik blieb gegenüber dem Modell F36 fast unverändert, mit einer wichtigen Ausnahme: zur Aussteuerungskontrolle wurden moderne beleuchtete Zeigerinstrumente, sog. VU-Meter (Volume Units) eingesetzt, wodurch auch eine Röhre gespart werden konnte. Als 1967 das letzte Revox G36 in Regensdorf vom Fließband lief, fand damit eine der erfolgreichsten Produkteserien in der Unternehmensgeschichte ihren Abschluß. Das Revox G36 entwickelte sich im In- und Ausland sehr schnell zu einem Bestseller, und bereits wenige Monate nach seiner Markteinführung geriet das Gerät ins Blickfeld verschiedener Konsumentenschutzorganisationen. Ein bedeutendes nordamerikanisches Prüflabor unternahm 1964 Vergleichstests mit anderen Tonbandgeräten in derselben Preisklasse. In der zusammenfassenden Gegenüberstellung zwischen Preis, Leistung und Qualität stand das Revox G36 schließlich an erster Stelle und wurde als "best buy" beurteilt.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)


1967 läuft die Fertigung des legendären Tonbandgerätes Revox A77 (bis 1977) an. In den Folgejahren kommen weitere Hi-Fi Geräte zur produktpalette hinzu, vor allem im Bereich der Mischpult-Entwicklung macht sich die Firma einen Namen.



Revox A77

Die Vorstellung des Revox A77 war der Start zur erfolgreichsten Tonbandgeräteserie des Unternehmens. Der erste Verkaufsprospekt war betitelt mit «Tradition und Fortschritt» und stellte nicht nur ein neues Tonbandgerät vor, sondern eine Hi-Fi Linie, die auch einen Verstärker und einen FM-Tuner einschloß. Die Erfahrungen im Tonbandgerätebau seit 1949 und die Entwicklung einer völlig neuen Technik, die auf der stabilen Silizium Planor-Technologie basierte, erlaubte es, völlig neue Wege zu beschreiten. Steckbare Endverstärker ermöglichten den direkten Anschluß von zwei Lautsprechern. Die Neuentwicklung wurde vom deutschen Designer Manfred Meinzner begleitet, der dafür sorgte, daß die gesamte Linie ein prägnates Erscheinungsbild erhielt. Das gesamte Laufwerk der A77 war auf einem stabilen, verwindungsfreien Druckgußchassis aufgebaut; zur weiteren Stabilität waren ebenfalls Tonmotorlagerung, Tonkopfträger und selbst die Seitenwände aus Druckguß. Das A77 war ohne Einschränkungen auch vertikal zu betreiben. Es verfügte selbstverständlich über einen 3-Motoren Antrieb. Die absolute Besonderheit war der Tonmotor. Der robuste Asynchronmotor war eine echte Pionierleistung. Als weltweite Neuheit war er nicht nur kleiner, leichter und verbrauchte bedeutend weniger Energie, seine Drehzahlkonstanz war zudem unabhängig von Netzfrequenz- und Spannungsschwankungen. Sein Geheimnis lag in einer elektronischen Drehzahlregelung, die den 50-Hz- und 60-Hz-Betrieb (USA) ohne Umbau zuließ. Erstmals verfügte ein Amateur- Tonbandgerät über Vollmetalltonköpfe in professioneller Ausführung.

Die gesamte «solid state» Elektronik war auf steckbaren Printplatten aufgebaut und damit äußerst servicefreundlich. Die Laufwerksteuerung erfolgte über leichtgängige Impulsdrucktasten, und die Relaissteuerung ermöglichte nicht nur die Fernsteuerung aller Funktionen, sondern sie war auch gegen Fehlbedienungen elektrisch verriegelt. Das A77 wies geeichte VU-Meter, einen fotoelektrischen Bandendschalter, ein vierstelliges Bandzählwerk und einen regelbaren Ausgang für Stereokopfhörer auf. Abschaltbare Wickelmotoren und eine spezielle Cuttertaste für die Tonbandmontage Sowie vielseitige Trickmöglichkeiten gehörten ebenfalls dazu.

In den zehn Jahren, während deren das Revox A77 gebaut wurde, erschienen zahlreiche Varianten; schon der erste Prospekt listete fünf Varianten auf, je für 2- und 4-Spur-Geräte. Darüber hinaus gab es Rundfunk-Spezialvarianten, z.B. A77-PTT und A77-ORF. Besonders hervorgehoben sei die Variante mit integriertem Dolby TM-B-System, die mit sagenhaften 70 dB Geräuschspannungsabstand (19 cm/s, 2-Spur, Bewertung ASA-A), bei einem Klirrfaktor von besser als l% bei Vollaussteuerung respektive besser als 0,5% bei Aussteuerung 0 VU (185 nWb/m), aufwartete.

In der nordamerikanischen Fachzeitschrift «Stereo Review», Ausgabe Januar 1969, nennen die Autoren der Hirsch-Houck Laboratories das servogeregelte Antriebssystem «einmalig und wirksam», bezeichnen den Frequenzgang als «phänomenal» und kommen zum vielsagenden Schluß: «Wir hatten bisher noch kein Tonbandgerät, welches das Revox A77 in jeder Hinsicht erreichte, und sehr wenige, die ihm überhaupt nur nahe kamen.» 1978 zeichnete die japanische Fachzeitschrift «Audio Specialist» das Revox A77 mit dem 1. Preis aus als «bestes Spulentonbandgerät nicht japanischer Herkunft».

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)

1968 Der Revox Transistor- Verstärker A50 erscheint


Revox A50

Der erste transistorisierte Stereoverstärker erschien als Komponente zur erstmalig lancierten Hi-Fi Anlage mit Tonbandgerät A77 und FM-Tuner A76 in durchgehendem Design. Gegenüber den bisherigen Röhrenverstärkern fiel vor allem die gesteigerte Ausgangsleistung auf.

Der Revox A50 verfügte wieder über exakt reproduzierbare Stufenklangregler, zusätzlich waren Filter für die Bereichsenden schaltbar. Über weitere Drucktasten ließen sich eine Loudnesskorrektur für niedere Abhörlautstärken und die Hinterbandkontrolle (Tape Monitor) für Tonbandgeräte mit separatem Wiedergabekopf aktivieren.

Sämtliche Pegelregler für die Abstimmung der Signalquellen auf eine einheitliche Lautstärke waren neu unter einer versenkbaren Klappe von vorne zugänglich. Ebenso ließen sich auf der Frontplatte zwei paar Kopfhörer anschließen, sogar ein zweiter Tonbandausgang war von vorne zugänglich. Die belastungssichere Endstufe verkraftete ohne weiteres auch den Anschluß von den neuartigen elektrostatischen Lautsprechern.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)

1969 Revox schickt den Tuner A76 ins Rennen


Revox A76

Mit dem Empfängerbau betrat Studer Neuland. Beider Vorstellung der ersten Hi-Fi Anlage mit dem Tonbandgerät A77 war der dazugehörige FM- Tuner A76 noch nicht fertig entwickelt. Als er dann 1969 auf den Markt kam, wurde sehr schnell klar, dass die Marke Revox ihrem Ruf für höchsten Anspruch auch im FM- Tuner Bereich treu geblieben war. Revox Entwicklungsingenieur Ernst Mathys legte mit dem A76 den Grundstein für seinen Ruf als einer der weltbesten "FM- Tuner Gurus". Der A76 Tuner war ein völlig unkonventioneller Empfänger, sauber durchdacht und entsprechend konzipiert. Auf Komfort wurde verzichtet. dafür verschaffte die vierfache Drehkondensatorabstimmung eine ausgezeichnete Selektion vor der Mischstufe, was eine Nebenwellen Unterdrückung von mehr als 90 dB ergab. Zusammen mit modernen Dual- Gate- Feldeffekt Transistoren erreichte das Front-end optimale Eigenschaften.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)

1971 Mit dem Revox A78 (MKI - MKII) Stereoverstärker (1971 - 1977) schickt Revox eine neue Verstärkergeneration ins Rennen.


Revox A78

Der REVOX- Verstärker A 78 weist eine Dauerleistung von 80 Watt auf, die imposante Musikleistung von 140 Watt erreichter spielend, Leistungsfähigkeit soll und darf sich aber nicht auf die Ausgangsleistung beschränken. Bei REVOX ist Leistungsfähigkeit mehr, sie bedeutet: Freiheit von Klirr- und Intermodulationsverzerrungen, hoher Fremd-spannungsabstand, linearer Frequenzgang, grosse Leistungsbandbreite, exakte Phono-Entzerrung, präzise Klangkorrektur-Einrichtungen und hohe Zuverlässigkeit.

Ein Blick auf den massiven Guss Kühlkörper der Leistungs-Endstufen zeigt, was REVOX unter stabilem Aufbau versteht. Steckbare Elektronik auf Epoxydharz-Printplatten. Belastungssichere, elektronisch geschützte Leistungs-Endstufen. Ausschliesslich Verwendung hochwertiger Bauteile für lange Lebensdauer.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)

1973 Die Stereo Endstufe A722 erscheint

1976 Revox entwickelt die Endstufe A740

Zwei grundsätzliche Überlegungen führten zur Entwicklung der Endstufe Revox A740. Zum einen hatte man erkannt, daß für die verzerrungsfreie Übertragung von kurzen Impulsen, insbesondere an Lautsprechern mit geringem Wirkungsgrad, hohe Leistungen notwendig erforderlich waren, andererseits konnte man nachweisen, daß dabei eine früher nicht erkannte Art von Verzerrungen eine Rolle spielte, die für den «typischen» Transistorklang verantwortlich waren. Man sprach von «Transient Intermodulation Distortion», kurz TIM

1977 (bis 1982) Der Revox Plattenspieler B790, ein quarzgesteuertes Direktantriebsgerät mit Tangential-Kurztonarm, wurde zusammen mit der Hi-Fi-Anlage B77/B750/B760 vorgestellt.

Der Revox 750 (MKI & MKII) Stereoverstärker sorgt für reine Klangwunder.

Mit dem B760 brachte Revox den FM-Tuner der dritten Generation auf den Markt.


Revox B790

Zwar waren nicht alle Leute vom Design der schwenkbaren "Zigarrenbox" begeistert, doch die Leistungsmerkmale der Neuschöpfung ließen aufhorchen. Hier wurde nicht einfach eine bestehende Konzeption verbessert, sondern es wurden grundsätzlich neue Lösungen für alte Probleme gefunden.

Der ultrakurze "LINATRACK"-Tonarm war 4 cm lang und wog inklusive Tonabnehmerzelle nur 40 g. Der Tonarm wurde optoelektronisch gesteuert, mittels Servoantrieb tangential nachgeführt, genau so wie eine Schallplatte auch geschnitten wurde. Das Aufsetzen war ein Kinderspiel: Platte auflegen, Box eindrehen, Taste drücken. Der Tonarm benötigte keine Anti-Skating-Vorrichtung, weil durch die tangentiale Führung keine Skatingkräfte entstanden und damit auch keine Klirrverzerrungen und kein Übersprechen (hervorgerufen durch Spurwinkelfehler) auftraten.

Der Plattenteller wies kein Stroboskop zur Kontrolle der Drehzahl auf. Weil ein Stroboskop ohnehin nur die Netzfrequenz als Referenz benutzt, konnte er darauf verzichten. Der Antrieb des B790 war genauer. Der bürstenlose, hallkommutierte und direkt antreibende DC-Motor war via Tachogeber und PLL-Servosteuerung phasenstarr an eine Quarzreferenz gebunden. Dennoch gab es eine Drehzahlregulierung von ±7 %, und selbst die variable Drehzahlen wurden quarzgenau gemessen und durch Leuchtziffern angezeigt.

Der Revox B790 vereinte Sicherheit und Einfachheit in der Bedienung mit bester Wiedergabequalität, sein Konzept wurde mit drei Patenten geschützt. Vom Revox B790 wurden insgesamt 45000 Einheiten verkauft.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)


Revox B750

Dieser kompakte Vollverstärker überträgt selbst extreme Crescendi von Hauch bis Furioso in eindrücklicher Reinheit. Um den Kompaktverstärker B750 bauen zu können, mussten erst musikalische Höhepunkte analysiert und über nostalgische Röhren verstärkt werden. Die Güte eines Verstärkers kann nicht einfach an seiner Wattleistung gemessen werden, sondern daran, wie verzerrungsfrei er die Musik wiedergibt.

Studer Revox löste das Problem der TIM- Verzerrungen (TIM oder TID, Transient Intermodulation Distortion) durch aufwendige Maßnahmen: Die Endstufe ist vollkomplementär, symmetrisch. Einfach gesagt: Die positive und die negative Seite des Signals werden in getrennten Transistoren symmetrisch verstärkt, vom Eingang bis zum Ausgang. Die Einzelstufen sind in sich gegen gekoppelt, so dass nur eine geringe Gesamtgegenkopplung erforderlich ist. Auch ohne diese Gesamtgegenkopplung (Faktor 1:20) ist der Verstärker «sauber».

Das alles tönt reichlich kompliziert; um so klarer aber tönt die so verstärkte Musik, und das ist letztlich entscheidend. Der erste TIM- freie Revox Endverstärker A740, eine professionelle Hochleistungsendstufe, erregte in Fachkreisen großes Aufsehen und wurde mit dem Prädikat «in sich sauberer, von Impulsverzerrungen freier Verstärker" ausgezeichnet. Das gleiche Konzept wurde auch beim Kompaktverstärker B750 angewendet. Diese wegweisende Audiotechnik bringt die HiFi-Wiedergabe der musikalischen Wahrhaftigkeit zweifellos einen großen Schritt näher.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)


1980
Revox PR99 (MKI bis MKIII) Tonbandmaschine: Die Erkenntnis, daß das Konzept der B77 und die Aufnahme- und Wiedergabequalität einen Stand erreicht hatten, der nahe an die Anforderungen für professionelle Einsätze herankam, war der Anlaß zum Bau der studiotauglichen PR99.

Der Reciever Revox B780 erscheint


Revox PR99

...... das bedeutete, daß die PR99 über symmetrische kalibrierbare Leitungsein- und Ausgänge verfügen mußte, weil im professionellen Einsatz Mischung und Aussteuerung am Mischpult vorgenommen werden und mit normierten Pegeln gearbeitet wird.

Doch damit begnügten sich die in der Profiwelt verzierten Revox- Entwickler bei weitem nicht. Sie optimierten die gesamte Elektronik für extrem niedrige Verzerrungen und hohe Aussteuerreserven und versahen die PR99 mit u. a. folgenden Features: Anschluß für Reglerstart vom Mischpult aus; elektronischer Echtzeitzähler mit Zero- und Adreßlocator; eingebauter Vari-Speed ±7 Halbtöne; Tape- Dump- Funktion für Papierkorbbetrieb; Ready/Safe- Schalter (Bereitschafts-/Sperrfunktion für Aufnahme); schaltbare Taktspur- Funktion und die Eingangswahl für hoch- und niederohmige Mikrofone. Für eine ungehinderte Editierarbeit wurde die Laufwerkabdeckung auf die Frontplattenebene angehoben.

Das Finish in Form einer massiven Aluminiumabdeckung gab der profitauglichen PR99 schließlich auch das entsprechende Ausehen. Die PR99 wurde racktauglich gebaut und auch als Koffer- oder Konsolenausführung angeboten.

Hauptsächlich wurde die PR99 als 2-Spur- oder Mono-Vollspurausführung in der Geschwindigkeitsversion 19/38 cm/s (NAB oder CCIR) eingesetzt, in einigen Märkten aber auch in der Version 9,5/19 cm/s (NAB).

Die PR99 setzte sich erfolgreich durch in Rundfunk-, Fernseh und Aufnahmestudios sowie in Industrie und Schulen.

Sie wurde auch noch 1990 und später im professionellen Studer- Bereich weiterproduziert.1982 wurde die 2-Kanal- Tonbandmaschine Revox PR99 vom japanischen Audio-Fachmagazin «Tape Sound» in Tokio mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)


Revox B780




1981 erscheint das erste professionelle Kassettengerät Studer B710. Dessen Consumer- Nachfolger B215 in beiden aufeinanderfolgenden Designvarianten, und die ebenfalls praktisch nur im Design abgewandelten B215E und B215S galten nach dem Nakamichi Dragon als weltweit zweitbeste Kassettenrecorder. Erst der Nachfolger H1 schaffte einen Gleichstand. Er war klanglich besser, allerdings nur unter Einsatz einwandfreier Software, da ihm die automatische Azimuthkontrolle am Wiedergabekopf (Hörkopf HK) fehlte, die ursächlich für den Erfolg seines Konkurrenten stand. Diese allein konnte es aber auch nicht sein, da auch das überlegene Azimuth-Kontrollsystem des Marantz SD 930 in Kombination mit seinen übrigen Qualitäten bestenfalls zu „guten“ Ergebnissen führte.


Revox B710

Die Cassetten- Tonbandmaschine B710 von REVOX setzt neue Maßstäbe. Ihre unverfälschte Klangwiedergabe ist nicht zu übertreffen. Originalgetreue Aufnahme und raffinierte Mischtechnik begeistern selbst den Profi. Für die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit bürgt der Name REVOX. Dank ihrer technischen Überlegenheit ist die B710 unvergleichlich und weist ihren Besitzer als Kenner aus. Seinen hohen Anspruch an musikalische Wahrheit erfüllt REVOX kompromisslos.

VIER-MOTOREN-LAUFWERK
REVOX widmet den wesentlichen Funktionen des Cassettengerätes besondere Sorgfalt. Zwei direkt antreibende quarzsynchronisierte Capstan Motoren garantieren exakten Gleichlauf und ruckfreien Bandtransport. Zwei Präzisions-Wickelmotoren sorgen für schnelles Umspulen und gewähren ein höchstmögliches Maß an Bandschonung. Kein anderes Gerät faßt Ihre Cassetten so sanft und sicher an ein Leben lang. Die Montage der vier Motoren auf einem verwindungsfreien Druckguß- Chassis, auf welchem auch die drei getrennten Sendust- und Ferrit- Tonköpfe angebracht sind, sichert die Stabilität des Laufwerks.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)



1985 Das semiprofessionelle Tonband A700 und das Kasettendeck B215 kommen auf den Markt


Revox A700


Mit der Serie 700 wurde eine Spitzen-Hi-Fi Anlage geschaffen, die das Tonbandgerät A700, den Receiver A720 und die Stereo-Endstufe A722 umfaßte.

Das Revox A700 war zwischen dem Tonbandgerät A77 und den professionellen Studiomaschinen einzuordnen. Das Gerät bildete die Grundlage für die Studer B67 Tonbandmaschinen und beherrschte neben den «normalen» Bandgeschwindigkeiten auch die professionelle von 38 cm/s.

Ein Stereomischpult mit großflächigen VU- Metern prägte die Frontplatte des «großen Revox». Für Präzision und Komfort wurden grundsätzlich neue Konzepte entwickelt. Erst durch den Einsatz hochintegrierter Schaltungen, speziell für das A700 geschaffener LSI- Schaltungen (lorge scale integration), wurden Systemlösungen realisiert, die bisher unmöglich waren. So wurde beispielsweise als Referenz für die Bandgeschwindigkeiten erstmals eine Quarzfrequenz von 1,6384 MHz verwendet. Diese aufwendige Technik ermöglichte selbst eine externe Steuerung über ±7 Halbtöne, d. h., es war jede Bandgeschwindigkeit zwischen 6,357 und 57,08 cm/s einstellbar.

Mit einem neuartigen Ringtacho am Tonmotor konnten die Auswirkungen von fertigungsbedingten Teilungsfehlern am Tachosensor eliminiert werden. Die interne Steuerung der Laufwerkfunktionen wurde von einer integrierten Logik übernommen, kontaktlos.

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)

1986
Die Hochleistungsverstärkerendstufe Revox B242 löste die bekannte Endstufe B740 ab.


Revox B242

Mit der Absicht, den Vorgänger sowohl in der Leistung als auch in den technischen Daten zu übertreffen, wurden modernste Bauelemente und Schaltungstechniken angewendet. Grundlage war eine Stromversorgung mit zwei völlig getrennten Netzteilen und einer Filterkapazität von insgesamt 88000 pF für ausreichende Reserven bei niederen Frequenzen.

Der Verstärker in vollsymmetrischer Gegentaktanordnung enthielt im Eingang Kaskode- Differenzstufen für hohe Linearität. Als Treibertransistoren wurden MOS-FETs eingesetzt, und die Endstufen arbeiteten mit je drei parallelgeschalteten 200-Watt-Transistoren. Diese wurden durch eine "Heat-Pipe" gekühlt, unterstützt von einem temperaturgesteuerten Ventilator, damit selbst harter Rock an der Leistungsgrenze cool verarbeitet werden konnte.

Die B242-Endstufe verfügte sowohl über asymmetrische als auch symmetrische Eingänge und konnte nach der Vorstufe für Equalizer aufgetrennt werden. Eine Stand-by-Automatik mit nur 7 Watt Leistungsaufnahme ermöglichte eine automatische Einschaltung bei Eintreffen von Modulation. Eine Verdoppelung der Leistung ließ sich mit zwei in Mono-Brückenschaltung betriebenen B242 erzielen; dabei standen dann für die Stereowiedergabe satte 1200 bis 2000 Watt Musikleistung zur Verfügung.

Auszeichnungen
Consumer Electronic Show in Chicago 1986, 1. Preis für Design und Engineering. "High-End '89" in Egerkingen, 1. Preis mit der "Goldenen Stimmgabel".

Passend zur exklusiven schwarzgoldenen S- Linie wurde die neue Hochleistungsendstufe 1988 auch unter der Bezeichnung Revox B242-S herausgebracht. In der gleichen Linie wurde zur Ansteuerung der Endstufe B242-S oder von Aktivboxen ein Vorverstärker mit der Bezeichnung B240-S lanciert (entsprach dem Stereoverstärker B250-S, ohne Endstufenteil).

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)

1988 Die Revox-Serie C270, Tonbandmaschinen C270, C274, C278 (1988), sowie Revox B 50, B250 und B250-S Stereoverstärker erscheinen

Revox B260, B260-S Tuner mit Radio Data System


Revox C278

Erstmalig wurden bei der Entwicklung einer neuen Serie gleichzeitig drei Tonbandmaschinen anvisiert: die C270 für zwei Kanäle, die C274 für vier Kanäle auf
1/4"-Band und schließlich die C278 für acht Kanäle auf 1/2"-Band für die Bandgeschwindigkeiten 9,5, 19 und 38 cm/s (zwei davon intern frei wählbar, z.B. auch die Kombination 9,5/38 cm/s).

Das gemeinsame Konzept von Maschinen für unterschiedliche Bedürfnisse hatte einen weitgehend ökonomischen Hintergrund. Nicht nur die tragende Konstruktion für Chassis, Seitenteile, Gehäuse und Frontplatten war identisch, auch dieselben Wickelmotoren, Tonmotoren, Bandzugwaagen usw. fanden sich in den Maschinen aller Versionen; selbst die Mikroprozessoren stammten aus der gleichen Familie und wurden mit weitgehendst gleicher Software versehen.

Neben der mechanischen und elektronischen Stabilität für Maschinen aus dem Hause Studer spielten bei der Serie C270 die Mikroprozessoren (pP) eine dominante Rolle. Nicht nur die gesamte Laufwerksteuerung wurde von diesen kontrolliert und gesteuert, auch das Timing (d. h. die exakte zeitliche Folge) der analogen Audioelektronik war softwaregesteuert. Damit konnten neben den Laufwerkfunktionen auch die einzelnen Audiokanäle per Fernbedienung angesprochen werden.

Schließlich ermöglichten serielle Schnittstellen (RS232) nicht nur die Adressierbarkeit jeder Maschine in einem System (inklusive spezifisch abfragbaren Zustands), sie boten gleichzeitig eine sehr komfortable Handhabung durch den Einsatz von PC- Benutzeroberflächen. Ein Datenkanal für die 4- und 8- Kanal Maschinen und ein hochentwickelter Tonmotor mit entsprechender Steuerung, der erstmals die extrem tiefe Bandgeschwindigkeit von 1,19 cm/s ermöglichte, eröffneten völlig neue Perspektiven im Anwendungsbereich Logging (1,19-2,38-4,75 cm/s, Standardversion 1,19-4,75 cm/S).

Die Tonbandmaschinen der Serie C270 boten professionelle Features wie Editiermodus mit Einhand- Cueing, Papierkorbbetrieb, Faderstart, eingebauter Varispeed (- 33 % bis + 50 %, Dolby HX Pro, 3-LED-Spitzenwertanzeigen, symmetrische Ein- und Ausgänge usw.

Konstruktiv und optisch waren die Maschinen der Serie C270 eine Augenweide. Während die 2- Kanal Version mit VU- Metern zur Aussteuerungskontrolle versehen waren, zeigten die 4- und 8- Kanal Versionen die Pegel auf Bargraph VU/Peak-Metern an. Durch Aufklappen der Frontplatte war die gesamte Audioelektronik für Servicezwecke bequem zugänglich. Schließlich unterstrich die durchgehende Bestückung mit XLR- Audioanschlüssen den professionellen Anspruch der Serie.

Preise (1990)
Revox C270 Fr. 6150.-
Revox C274 Fr. 8350.-
Revox C278 Fr. 11750.-

(Quelle: Das Revox Buch: Die sprechenden Maschinen)


1989 beginnt der Unternehmensgründer Dr. Willi Studer, sich aus dem Unternehmen, das mittlerweile 1576 Mitarbeiter beschäftigt und einen Jahresumsatz von über 215 Millionen Franken erwirtschaftet, zurückzuziehen. In den Folgejahren wird das Unternehmen von der Motor Columbus AG, einem Unternehmen der SAEG Refindus Holding AG übernommen.

1991 wird das Unternehmen in die Sparten Studer, Revox sowie „Baugruppen und Elemente“ aufgeteilt.

Bis 1993 sind ca. 1000 der Arbeitsplätze wegrationalisiert.

1994 wird der Unternehmensteil Studer an die amerikanische Firma Harman International verkauft, Revox wird an private Investoren verkauft und gehört heute mehrheitlich institutionellen und privaten Schweizer Investoren.

1996 Am 1. März stirbt Willi Studer im Alter von 83 Jahren.

1999 wird das Audiosortiment durch Video- und TV-Komponenten erweitert. Die neuen Produktionsschwerpunkte liegen bei integrierten Geräten für Video und Audio.

2000 stellt Stefan Näf das Konzept des modularen Audio-Video-Systems M51 der Geschäftsleitung vor.

2001 wird das modulare Audio-Video-System M51 eingeführt. Der M51 kann dank seiner Modularität an die Bedürfnisse des Anwenders individuell angepasst werden. Auch neue Technologien können nachträglich in das Konzept des M51 integriert werden.

 

 


Revox M51

Absolut einzigartig: M51, das neue Audio- und Videosystem von Revox bleibt immer jung. Es erfüllt heute mit feinster, aufwändiger Studiotechnologie die anspruchsvollsten
Klang-und Bild-Wünsche. Und ist jederzeit upgradefähig auf zukünftige, neue Technologien. M51 – die Revox-Revolution: ein System und immer up to date.

Der M51 ist gleichzeitig die Zentrale für ein Audio-Multiroom-System bis zu 16 Räume. Innerhalb des Multiroom- Systems können aus verschiedenen Räumen unterschiedliche Musiksignale mit nur einem Tastendruck aufgerufen werden.

Gleichzeitig wird der M57 vorgestellt. Der erste Audioserver, welcher sich komplett in das Revox Multiroom System einbinden lässt. Damit können in 4 bis 8 Hörzonen gleichzeitig Musik wiedergegeben werden.

2003 Revox ergänzt mit dem Re:connect M219 Nebenraumverstärker das neue Multiroom der M-Serie. Mit den zwei leistungsstarken Endstufen in Class-D-Technik können auch grosse Räume in einem Haus problemlos mit Musik in Revox Qualität versorgt werden. Mit seinen vielfältigen Anschlussmöglic hkeiten und Funktionen hat der Re:connect M219 einen neuen Standard in der Multiroom-Technik generiert. Mit dem dazugehörigen M-Serien Modul, kann an der M51 bis 32 Räume angeschlossen werden.

2004 Im Januar wird das Revox Multiroom durch das Wanddisplay M217 ergänzt. Das Display ermöglicht nun die optische Rückmeldung des gewählten Senders bzw. des entsprechenden Artisten.

2005 hat Revox seinen ersten voll HD-tauglichen Plasmafernseher lanciert.

2006 Stefan Näf entwickelt die M208 Fernbedienung.

2007 gawo23 wird autorisiertes Multi Room Center

 

Das Revox Buch "Die sprechenden Maschinen"

Kurzbeschreibung
Das Buch enthält die gründlich recherchierte, dokumentierte und bebilderte Geschichte der Marken "Revox und Studer", Begriffe, die weltweit zu Synomen für perfektionierte Audiotechnik wurden, und es schildert den Werdegang von Willi Studer und seiner Firma. Auf einer zweiten "Tonspur" fasst der Autor die Geschichte der Tonaufnahme von den Visionären bis in die Gegenwart zusammen, die vor mehr als hundert Jahren begann.

Inhalt

- Zeittafel (Unternehmensdaten und Audiogeschichte)

- Die Studer-Revox Gruppe (Kurzübersicht über die Unternehmens- & Produkteentwicklung)

- Wie die Maschinen sprechen lernten (Vom Phonographen zum Tonbandgerät)

- Vom Verdingbuben zum Unternehmer (Willi Studers Werdegang)

- Vom Kleinbetrieb zum Konzern (Aus der Unternehmensgeschichte der Studer-Revox)

Die 40'er Jahre: Der Weg zum Revox
Die 50'er Jahre: das Jahrzehnt des Aufbaus
Die 60'er Jahre: Expansion über die Grenzen
Die 70'er Jahre: Wachstum und Erfolg an allen Fronten
Die 80'er Jahre: Innovationen und neue Technologien
- Vom Verkauf zum Ausverkauf
- Technischer Teil

Revox-Tonbandgeräte und Studer-Studiomaschinen von 1948-1990
- Erklärung technischer Begriffe
- Revox Produkte
- Studer-Produkte
- Aus dem Zahlenwerk der Studer-Revox Gruppe

Bestell ISBN-Nr: ISBN 3-85833-788-9