Kunst im öffentlichen
Raum
Kaum ein
anderes Thema schafft es ähnlich zu
polarisieren wie Kunst im öffentlichen Raum. So hat es eine Schenkung des US- amerikanischen Künstlers
Sol leWitt Mitte der 1980iger Jahre geschafft, Verwaltung und Bürgerschaft
der Stadt Zürich in ein Dilemma zu stürzen. Das 5x5x5m große
Objekt mit dem Titel "Kubus" spaltete die Befindlichkeiten, das Geschenk
wurde letztendlich nach sechs Jahren und unendlichen Diskussionen wieder zurück
gegeben.
Welche Leitideen
sollten Kunst im öffentlichen Raum prägen?
Kunst und Architektur
spiegeln traditionell den Zeitgeist von Städten und Kommunen. Dabei spielt
die Kunst einen nicht unbedeutenden Faktor. Im Gegensatz zur Architektur, welche
neben dem jeweilig vorherrschenden Trend in Bezug auf das Design auch funktionelle
Aufgaben zu erfüllen hat, bewegt sich die Kunst völlig losgelöst
von äußeren Zwängen oder Einflüssen. So bleiben für
nachkommende Generationen echte Zeitzeugen, welche politische, soziale und somit
geschichtliche Eindrücke unterschiedlicher Epochen belegen.
Die Aufgabe der Kommunen ist es, aktuelle Kunst im öffentlichen Raum zu
initiieren, zu koordinieren und zu realisieren. Darüber hinaus soll der
aktive Umgang mit bereits bestehender Kunst gefördert werden.
Für die Raumschaft Stühlingen kann auf den ersten Blick nicht davon
ausgegangen werden, dass Kunst eine erfahrbare Präsenz darstellt. Historisch
betrachtet ist eine solche jedoch zumindest teilweise vorhanden. Aufgabe ist
es, eine Brücke zu schlagen und anzuknüpfen an bestehende Werte. Künstlerische
Qualität durch innovative Konzepte mit dem Ziel gesellschaftlicher Relevanz
und Akzeptanz.
Kunst im öffentlichen Raum steht in einer Wechselbeziehung zu jeder Art Veränderung der Stadt, sowohl bei städtebaulichen wie auch sozialen und wirtschaftlichen Veränderungen. Der Bereich Kunst im öffentlichen Raum mit einer positiven Darstellung über die eigenen Grenzen hinaus kann der Stadt Stühlingen nach der erfolgreich abgeschlossenen Stadtsanierung bei ihrer weiteren städtischen Entwicklung behilflich sein. Schließlich helfen die Projekte dem regionalen Kulturaustausch und unterstreichen die Bedeutung der Raumschaft.