Gründungsversammlung Umsetzung des Projekts   Gründungsversammlung Gründungsversammlung    Gründungsversammlung Vorstellung der Künstler, Standorte und Objekte  Gründungsversammlung Die Umsetzung   Gründungsversammlung Unwägbares

Gründungsversammlung Das Streetsart Festival 2010  Gründungsversammlung Die künstlerische Besetzung


Zur Erinnerung: 20. August 2007

Der Startschuss war gefallen: Mit dem ersten Spatenstich begann die über einen geplanten Zeitraum von etwa 2 Jahren angesetzte Sanierung der Hauptstraße Stühlingens mit den dazugehörigen Randzonen.

Was nach Aussage der Stühlinger Bürger bereits seit Jahrzehnten überfällig war, sollte nun Wirklichkeit werden. Stühlingens Avenue sollte dem Anspruch des wunderschön im oberen Wutachtal gelegenen Städchens gerecht werden. Bereits die Planung versprach, dass sich Stühlingen nach Beendigung des "Facelifting" in neuem, frischem Gewand zeigen würde.

Der Großteil der Arbeiten war im Sommer 2009 weitgehend abgeschlossen. Die Hauptstraße zeigt sich aufgeräumt und weitgehend klar strukturiert. Sorgfältig bepflanzte Grünflächen links und rechts der neuen Hauptstraße sorgen für Abwechslung, die jüngst gepflanzten Bäume werden spätestens in ein paar Jahren für den Feinschliff sorgen.

Die Hauptstraße ist Stühlingens eigentliche Einkaufsstraße. Gewachsen über die unterschiedlichen politischen und geschichtlichen Dekaden, angelehnt an soziale Hintergründe und architektonische Epochen, erzählt sie einen Teil der Geschichte der Hohenlupfenstadt.

Betrachtet man jedoch die Struktur der Hauptstraße lässt sich unschwer erkennen, dass nicht ausschließlich konsumorientierte Architektur das Straßenbild prägt. Vielmehr haben sich Gebäude und somit auch die Architektur den Anforderungen eines sich entwickelnden Zentrums unterhalb der räumlich begrenzten, nach habsburgischem Vorbild mit ovalem Grundriss erbauten Altstadt angepasst.

So verwundert es nicht, dass sich die Hauptstraße mit einer Vielfalt architektonischer Stile darstellt. Mit der Sanierung der Hauptstraße ist ein Neuer hinzu gekommen.  Zeit, über Kunst im öffentlichen Raum Stühlingens nachzudenken. Dieser Bereich war bereits bei der Planung der Sanierungsmaßnahmen ein fester Bestandteil der Überlegungen. Angesichts der Wirtschaftskrise und maroder Stadtkasse scheint der Brückenschlag zwischen gewachsenen Strukturen und zeitgemäßer Städteplanung durch die Implimentierung zeitgenössischer Kunst ein jedoch eher hehres Unterfangen.

Auf Initiative des OBS (Offenes Bürgerforum Stühlingen) hat sich ein Gremium gebildet, welches sich die Umsetzung des Projektes "Streetsart", Kunst im öffentlichen Raum in Stühlingen, zum Ziel gesetzt hat.

 

Streetsart: Umsetzung des Projekts, der Beginn!

Nachdem seitens Frau Bürgermeisterin Schäfer und des Stadtrates grünes Licht für das Projekt gegeben wurde, gingen das Gremium unter dem Arbeitstitel "Streetsart" die nächsten Schritt der Umsetzung an. Dieser lautete: Einladung interessierter Künstler aus Stühlingen und der Region.

Für die Umsetzung des ersten Schritts wurden interessierte Künstler gesucht. Voraussetzung war die Dauerhaftigkeit der am Objekt verwendeten Materialien, sowie ein Bezug zu Stühlingen oder der Region. Die letztendliche Auswahl der Künstler und der Werke erfolgte durch eine unabhängige Kommission.

Basis für die geplanten Aktivitäten war die Gründung eines gemeinnützigen Vereins. dieser wurde im September 2009 unter der Bezeichnung "Streetsart e.V." ins Leben gerufen.

Das Projekt wird der Öffentlichkeit vorgestellt
Sonntag, 27. September 2009

Vorstellung

 

Reges Interesse an "Streetsart e.V."
Sonntag, 27.09.2009

Ein herzliches "Dankeschön" an Frau Bürgermeisterin Isolde Schäfer, das OBS (Offenes Bürgerforum Stühlingen), die beteiligten Künstler und alle Gäste der Veranstaltung.

Nicht nur die Bundestagswahlen oder die Wahl des Bürgermeister/in hatten aus dem Haus gelockt. Neben dem herrlichen Herbstwetter mit sommerlichen Temperaturen interessierten sich auch viele Stühlingerinnen und Stühlinger für das Projekt "Streetsart", welches in einer kleinen Feierstunde vorgestellt wurde.

So konnten Wolfgang Hofmann am Sonntag Vormittag zahlreiche Gäste in den Räumen von gawo23 begrüßen, welche der Einladung zur Vorstellung von Künstlern, deren Objekte und Standorte gekommen waren.

Die Künstler stellten ihre Projekte vor.

Frau Anja Oschwald bekennt sich offen zu Stühlingen und hat nach eigenem Bekunden noch immer eine sehr große Bindung zu unserem Ort. Sie erklärte, dass Ihr Kunstwerk aus dem Stamm einer Linde gefertigt wird, welcher über Jahrzehnte im Bereich der Kreuzung in der Ortsmitte stand. Als die Bäume im Jahr 2008 gefällt wurden, löste das sehr konträr geführte Debatten aus. Nun kommt zumindest ein Stamm zurück in die Gemeinde, er wird das "Pärkle" am Friedhof in Form einer Holz- Skulptur bereichern.

Der im Schweizerischen Beggingen lebende Künstler Vincenzo Baviera fertigt sein Kunstwerk aus Stahl. Herr Baviera plant zunächst die Basis für ein Objekt, an welchem später die gesamte Bevökerung teilhaben könne. Dazu fordert er auf, die Keller, Scheunen und Garagen nach Stahlteilen zu durchsuchen, welche in ein sich dann stetig veränderndes Gesamtkunstwerk integriert würden. Herr Baviera freut sich auf die Zusammenarbeit mit Stühlingen und wünscht sich ähnliche Projekte auch in anderen Gemeinden.

Peter Klein aus Schwaningen erklärte zunächst, dass seine Kunst vornehmlich im "Sakralen" angesiedelt sei. Kunst als Mittel der Balance, der inneren Einkehr. Und nun ein solches Objekt im öffentlichen Raum. Es wird oberhalb der Zinnmauer, vor dem "Schwarzen Adler" zur Ausführung gelangen. Der Künstler zitiert dabei den Bezug zu Stühlingen: " An dem Ort, an dem Konflikte blutig ausgetragen (Schweizerkrieg), Ungerechtigkeit und Unterdrückung einen Flächenbrand ausgelöst haben (Bauernkrieg) und eine bedeutende jüdische Gemeinde am Leben gehindert und vertrieben wurde, möchte meine Arbeit den Blick richten auf eine Gesinnung, in der der Mensch gewürdigt und in seiner Bedürftigkeit wahrgenommen wird.(..) Die Rückseite dieses Ensembles ist farbig gestaltet, so dass die Arbeit  auch aus der Ferne wahrgenommen werden kann; ein Lebenszeichen hinunter ins Tal und hinüber in die benachbarte Schweiz".

Gerhard Schwarz arbeitet mit Keramik als Basis, zu welcher er im weitesten Sinne auch den Backstein zählt. Und der Backstein, welchen er präsentierte, hat zudem noch einen geschichtlichen Bezug zu Stühlingen. Er stamm nämlich aus Abbruchmaterial eines historischen Gebäudes in der Altstadt. Anhand eines Models und dazugehöriger Zeichnung erläuterte Gerhard Schwarz sein Objekt, welches sich an der Hauptstraße im Park an der Kirche präsentieren wird. Die Geschichte, welche das Kunstwerk erzählen wird, handelt von denen da oben und von denen da unten". Früher war das Geld im Schloss, also ganz oben. Handel und Handwerk siedelten im Städtle zwischen stattlichen Bürgerhäusern. In der Unterstadt waren eher die Armen zu finden, sie musste "hochschauen". Die Zeiten haben sich geändert: Heute ist das Schloss verwaist, das Städtle ohne Handwerk oder Handel, die einst stattlichen Bürgerhäuser teiweise renovierungsbedürftig. Das Geld wird eher in der Unterstadt verdient, denn dort haben sich Handel, Gewerbe und Industrie niedergelassen.

Hans Russenberger, welcher für das Objekt vor gawo23 verantwortlich zeichnen wird, konnte sein Vorhaben nocht nicht definieren. Einerseits ist die Fertigstellung des Platzes, an welchem sein Kunstwerk plaziert werden wird, gerade mal 10 Tageabgeschlossen, andererseits war er als Mitglied im Organisationsteam von "Streetsart e.V." und jetztiger 2. Vorstand bis zum vergangenen Wochenende so stark in unser Projekt eingebunden, dass für künstlerische Anliegen zu wenig Raum war.

Die vorgestellten Themen und Projekte wurden von den interessierten Gästen sehr positiv aufgenommen. Immer wieder konnte man hören, dass Stühlingen und Ortsteile vom Gesamtprojekt eine Bereicherung erfahren werden. Manche äußerten sich auch über die Ausnahmestellung, welche Stühlingen mit dieser Entwicklung im kulturellen Bereich gegenüber vergleichbaren Gemeinden einnehmen wird. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, welche dem Verein Streetsart e.V. Motivation für die bevorstehenden Aufgaben mitgegeben hat.

Über "Kunst im öffentlichen Raum"  Weitere Bilder von der Veranstaltung

 

Das liebe Geld
Herbst/Winter 2009/2010

Time is cash, time is money!

Nachdem Künstler und Objekte vorgestellt waren erfolgten unzählige Vorstandssitzungen. Deren Ziele waren neben der Erstellung eines realistischen Zeitrahmens auch die Feststellung der Kosten und die Möglichkeiten deren Beschaffung abzuklären. Zunächst war klar, dass der Verein, sollte er das Projekt "Kunst im öffentlichen Raum" umsetzen wollen, 35 bis 40.000.-€ würde bereit stellen müssen. Die Enthüllung sollte bereits am 4. September 2010 stattfinden, im Rahmen eines ersten Streetsartfestivals.

Wird das funktionieren? Um diese Frage beantworten zu können, muss man den Versuch wagen.

Mit einer zu diesem Zweck erarbeiteten Broschüre begann die Suche nach Sponsoren. Relativ schnell wurde klar, dass das vorgestellte Projekt den selbst gesteckten Ansprüchen gerecht werden konnte, denn die zugesagt Hilfe verschiedener ortsansässiger und regionaler Unternehmen stimmte zuversichtlich. Schon nach zwei Monaten Anlaufzeit konnte den Künstlern der Auftrag erteilt werden, mit den Arbeiten an den Objekten zu beginnen.

Parallel begann die Suche nach Künstlern, welche das Programm des ersten Festivals bestreiten sollten. Unendlich viel Demo- Material wurde gesichtet und gehört, bevor erste Entscheidungen getroffen wurden. Mit einem noch nicht bekannten Budget ausgestattet, waren auch für dieses Wochenende die Ansprüche an die Darbietungen recht hoch gestellt.

Die erste Liga ist für Stühlingen nicht bezahlbar, aber muss es die sein? Was macht den Preis für solche Künstler aus? Ist es deren Qualität oder der Bekanntheitsgrad. Als Antwort arbeitete sich für uns die Tatsache heraus, dass sich der Preis beinahe ausschließlich an der Möglichkeit ausrichtet, wie sich Bands oder Solisten kommerziell vermarkten lassen. Dabei rutscht die Qualität der Darbietung nicht von alleine auf den ersten Platz der Bewertung. Doch es gibt eine Reihe erstklassiger Künstler, deren Kunst aufgrund einer fehlenden Aussicht auf kommerziellen Erfolg in der zweiten Reihe steht und deswegen auch für Veranstaltungen wie der unseren leistbar erscheinen. Eine kuriose Erfahrung dabei ist, dass es nicht die Cover- Bands sind, welche die Hits anderer Künstler zum Besten geben. Wenn es solche Bands beherrschen, ein Festzelt in Partylaune zu versetzen, muss man bei handwerklich guten Bands mit Beträgen zwischen 3.000.-€ und 5.000.-€ rechnen.

Eine zeitaufwändige und mühsame Suche war die Folge. Bei der stellte sich heraus, dass solche Veranstaltungen eine lange Vorlaufzeit benötigen, denn mit den ersten Anfragen an die Wunschkandidaten kamen auch die ersten Absagen. Ausgebuchte Tourneen oder urlaubsbedingte Abwesendheit waren die Hintergründe. Gut, wenn man einen Plan "B" hat. Die letzte band wurde am 17.8.2010 gebucht, aber das damit vollständige Programm setzt Akzente in viele Richtungen. Vom Rock aus Österreich über Blues aus den USA bis zu heißen Latin- Rhythmen ist vieles geboten. Um die Kleinsten sorgt sich das Limburger Puppentheater, aber auch der Nachwuchs aus Stühlingen wird die Bühne rocken.

Aber das Streetsartfestival 2010 ist lediglich das Rahmenprogramm zur Übergabe der Kunstwerke an den öffentlichen Raum, also an die Bürger der Gesamtgemeinde Stühlingen und die Region.

Den 4. September als festes Ziel der Übergabe im Auge konzentrierte sich das Team auf die Abklärung der Standortfreigaben und die Vorbereitung der einzelnen Fundamente. Dank der Unterstützung der Stadtverwaltung zeichnete sich aber auch in diesem Bereich relativ frühzeitig ein dunkelgrünes Licht für das Gelingen des Projekts ab. Lediglich die Situation am Adlerrank, der Standort für die Stelen von Peter Klein.

Unwägbares

Die Zinnmauer am Adlerrank soll saniert werden, die Mittel sind bereits im Landeshaushalt 2010 bereit gestellt. Gewünscht ist, das Kunstwerk von Peter Klein in die Planung der Sanierung mit einzubeziehen. Was geschieht mit der Skulptur von Peter Klein, wenn nun erst die Planung und Sanierung abgewartet werdeb´n muss?

Dank der Zusage der Stadtverwaltung, ein statisch geprüftes Profisorium als Fundament für Peter Kleins Objekt am Adlerrank zu gestatten, und Dank der Unterstützung durch Werner Büttner und sein Litschmann Team schaffen wir es doch noch: auch der Standort Adlerrank wird am 4. September der Öffentlichkeit übergeben.

Streetsartfestival 2010

Das Programm stand, das Wochenende 3./ 4. und 5. September konnte kommen. Und wir freuten uns darüber, eine insgesamt stimmige Veranstaltung anbieten zu können, welche auch in Zusammenhang mit dem parallel stattfindenden Pärklefest des OBS für jedes Alter und jeden Geschmack etwas zu bieten hatte.

trotz anfänglichem Rucken wurde das Wochenende zu einem großen Erfolg für den Verein, denn Stühlingen und die Region bekundete großes Interesse an den einzelnen Veranstaltungen. Insbesondere die Übergabe der Kunstobjekte an die Bürgerschaft wurde von sehr viel Interessierten aufmerksam verfolgt. Ein erstes Fazit ist derzeit noch nicht möglich, aber bisher konnten nur positive Stimmen gehört werden. Für uns eine große Motivation, den eingeschlagenen weg weiter zu gehen.

 
Infos zum Programm