Fotografien des Künstlers Lutz Franz
Die Fotografien von Lutz Franz eröffnen für uns eine neue Welt des "Sehens".
"Ich betrachte
das Bild als einen neuen Gegenstand, den man um seiner eigenen Bedeutung und
seiner eigenen Schönheit willen betrachten soll.”
Aaron Siskind (1903-1991)
Unsere erste Ausstellung mit Fotografie widmet sich den Werken des Künstlers Franz Lutz aus Höchenschand. Wenn man als Sohn einer Textdichterin und eines Komponisten aufwächst hat man fast keine andere Wahl, künstlerisches Potential ist einem in die Wiege gelegt. Zumal auch die Großmutter eine anerkannte Kunstmalerin war.
Im Alter von 10 Jahren die
erste Agfa-Box und zur Konfirmation eine Rolleiflex. Mit dieser Profikamera
begann für Lutz Franz die künstlerische Laufbahn. Nach der Gymnasialzeit
wurde er Volontärschüler bei Adolf Lazi (Fotograf und Bildhauer (1884-1955),
gründete 1950 die „Internationalen Schule für Höhere Photographie“
in Stuttgart).
Adolf Lazis Leitsatz: "Ich muß die feinsten Regungen des Lichtes
auf meiner großen Mattscheibe sehen und kontrollieren können. Mein
Grundsatz im Fotografischen ist die Fassung in höchster Vollendung technisch
wie gestaltlich. Nur dann glaube ich von wirklicher Fotografie reden zu können,
von Fotografie in ihrer höheren Form."
Betrachtet man die Die Fotografien von Lutz Franz stell man fest, der 1944 geborene
hat diesen Grundsatz verinnerlicht, er konzentriert sich auf den Bildausschnitt
und verwandelt unbeachtete, alltägliche Dinge in eigengesetzliche, abstrakte
Kompositionen mit malerischer Qualität. Kunst ist ein Mittel des Ausdrucks,
Lutz Franz macht somit Fotografie zur Kunst.
Licht und Schatten: die Details der Säulen des Doms in St. Blasien hat
man so noch nicht gesehen. Fotografie war nach Meinung des Künstlers jedoch
mehr als die Auswahl des Motivs oder die korrekte Beleuchtung. Lutz Franz ergänzte
das "Lazi-Diplom" durch eine handwerkliche Ausbildung zum Fotografen
und anschließend zum Layouter. Das brachte ihn in die Welt der Werbung,
die eigene Agentur betrieb er bis in die 90iger Jahre. Dann zog es Lutz Franz
in den Schwarzwald. Der Rückzug aus der Werbung brachte die Zeit für
das Fotografieren zurück.
Heute erarbeitet der Künstler Symbiosen aus Malerei und Skulptur. Die ausgestellten Werke zeigen ein breites Spektrum seines Schaffens.
Lutz Franz ist seit 2002
Mitglied im Internationalen Kunstforum der Schweiz und seit 2003 Mitglied der
Künstlergilde in Deutschland.
2008 erscheint ein Bildband mit Fotografien des Doms von St. Blasien, welcher
eine große Ausstellung im Dom begleiten wird.

Lutz Franz: Fotoskulptur
zum Thema "Zeit-Wasser-Raum"
(Kunstwettbewerb der Stadt Schwerte 2003)
Trotz der Tatsache, dass es sich bei der Ausstellung nicht um eine Werksausstellung
mit Lutz Franz handelt, zeigt die Präsentationen seiner Werke sehr verschiedene
Charaktere welche sich teilweise auch zeitlich überschneiden.
Schwarz-Weiss wechseln sich ab mit Frottagen, Collagen und nachträglich
chemisch bearbeiteten Fotografien. Themen wie die starke Verbundenheit zur Natur,
hochästhetische Akte oder architektonische Details wechseln sich ab.
Die Fotografien von Lutz Franz sind verhaltene Bilder, die die Erfahrung des
wiederholten Sehens benötigen. Zum Teil muss man ihre Fremdheit erst durchdringen,
ehe sie sich öffnen. Dann wieder die große Schönheit ihrer Nuancierungen
und ihrer formalen Rhythmik, welche versucht über die Fremdheit anderer
Werke hinweg zu täuschen. Das vertieft den Eindruck der verschlossenen
Charaktere der Frottagen und Collagen, mit welchen Lutz Franz versucht, die
technischen Möglichkeiten des Apparates zu überschreiten. Es verändert
den Gesamteindruck der Ausstellung.
Lutz Franz schlendert mit seiner Kamera durch unsere Räume und präsentiert
anschließend Bilder, welche die gewohnten Dinge des täglichen Umfelds
in einem völlig veränderten Kontex gestaltet, neu definieren.
So auch die
bei uns bereits ausgestellten Fotografien des Doms in St. Blasien, bei denen
er größten Teils auf künstliches Licht völlig verzichtet
hat. Ohne das Wissen um was es sich bei den Aufnahmen handelt kommt der Betrachter
ins Rätseln. Die Aufnahmen zeigen Licht und Schatten an Details der Architektur
des Doms, wie sie nur Fotografien zeigen können. Der schweifende Blick
hält für einen Moment inne und zeigt das Wesentliche des Augenblicks,
erstarrt in der Fotografie. Lutz Fanz hält auf seinen Fotografien die Zeit
an! Jedes dargestellte Abbild der jeweiligen Momente ist in seiner Art und Weise
ein Unikat. Unwiederbringlich vergangen oder in einem ganz anderen Licht ...
!
Mit digitaler Nachbearbeitung komponiert Lutz Franz Bilder welche auffordern,
ganz genau hinzusehen. So entdeckt der Betrachter Details welche Perspektiven
eröffnen, die durch flüchtigesWahrnehmen nicht zu erlangen sind. Dann
wieder Aufnahmen welche digital nachbearbeitet anmuten, dem geduldigen Betrachter
aber eröffnen, dass sie der Blick durch das bunte Glas eines Kirchenfensters
sind.
Lutz Fanz, ein Künstler mit vielen Gegensätzen!